Zuerst festlegen, wofür die Maße gebraucht werden

Für eine erste Anfrage sind andere Angaben nötig als für eine Materialbestellung oder einen Zuschnitt. Notieren Sie die geplante Arbeit: Boden wechseln, Möbel aufstellen oder eine Tür ersetzen. Messen Sie die dafür relevanten sichtbaren Bereiche und kennzeichnen Sie Ihre Angaben als vorläufig.

IKEA unterscheidet bei der Küchenplanung beispielsweise zwischen einem groben Grundriss für den Einstieg und genauen Maßen aus dem Aufmaßservice, an die die Planung anschließend angepasst wird. Den nötigen Prüfablauf für Ihr Vorhaben vereinbaren Sie mit Ihrem Betrieb.

Trennen Sie selbst gemessene Werte, Schätzungen und Angaben aus alten Plänen. Schreiben Sie dazu, ob Sie den heutigen Zustand oder bereits einen geplanten Endzustand beschreiben. Ein vorhandener Grundriss kann hilfreich sein, sein Datum bestätigt aber nicht automatisch die heutigen Maße.

Eine Skizze mit eindeutigen Messpunkten anlegen

Zeichnen Sie den Raum von oben. Bei einem Raum mit vier Ecken beschriften Sie diese im Uhrzeigersinn mit A, B, C und D. Die Wandabschnitte heißen dann AB, BC, CD und DA. Bei weiteren Ecken ergänzen Sie Buchstaben und eigene Zeilen. Markieren Sie Türen, Fenster und Nischen an der zugehörigen Wand.

Wählen Sie eine Einheit für das Blatt, beispielsweise Millimeter: 1 m entspricht 1000 mm. Schreiben Sie zu jeder Messung den Anfangs- und Endpunkt sowie bei Bedarf die Messhöhe. „AB zwischen den sichtbaren Wandflächen, oberhalb der Sockelleiste“ ist eindeutiger als eine unbeschriftete Zahl.

Unterscheiden sich Werte an verschiedenen Stellen, tragen Sie die Messpunkte und Einzelwerte ein. Bilden Sie keinen stillschweigenden Mittelwert. Messen Sie nur sicher erreichbare Bereiche; verdeckte Stellen markieren Sie als nicht gemessen. Für dieses Blatt müssen keine Verkleidungen oder Anschlussabdeckungen geöffnet werden.

Aufmaßblatt zum Kopieren und Ausfüllen

Kopieren Sie die Tabelle in ein Dokument oder übernehmen Sie sie auf Papier. Legen Sie für jeden Raum ein eigenes Blatt an. Ersetzen Sie die eckigen Klammern durch Angaben; nicht benötigte Zeilen können entfallen, zusätzliche Messstellen erhalten eine eigene ID.

Blattkopf: Raum [Name]; geplante Arbeit [Aufgabe]; aufgenommen von [Name]; Datum [Datum]; Zustand [bestehende Oberflächen oder bekannte Änderungen]; Einheit [mm]. Notieren Sie zum Status jeweils selbst gemessen, geschätzt, aus Plan übernommen oder noch zu prüfen.

Vorläufiges Aufmaßblatt für einen Raum
ID / MessstelleWas wird erfasst?Wert in mmFoto / Status
ABWandabschnitt A–B; Messhöhe und Bezug angeben[Länge][Foto / Status]
BCWandabschnitt B–C; Messhöhe und Bezug angeben[Länge][Foto / Status]
CDWandabschnitt C–D; Messhöhe und Bezug angeben[Länge][Foto / Status]
DAWandabschnitt D–A; Messhöhe und Bezug angeben[Länge][Foto / Status]
H1 / H2Raumhöhe an den in der Skizze markierten Punkten[H1] / [H2][Bodenbezug / Status]
AC / BDDiagonalen zwischen den bezeichneten Ecken[AC] / [BD][Messebene / Status]
T1Sichtbare Türöffnung: Breite, Höhe, Lage zur benannten Ecke[B] / [H] / [Abstand][Messkanten / Foto]
F1Fensterbereich: Breite, Höhe, Lage; Brüstung zum vorhandenen Boden[B] / [H] / [Lage] / [Brüstung][Messkanten / Foto]
N1Nische oder Vorsprung: Breite, Tiefe, Höhe und Lage[B] / [T] / [H] / [Lage][Foto / Status]
O1Hindernis, etwa Heizkörper: Ausdehnung, Vorsprung und Position[Maße / Position][Bezeichnung / Foto]

Öffnungen, Hindernisse und Fotos miteinander verknüpfen

Geben Sie bei T1 oder F1 an, zwischen welchen Kanten Sie messen: sichtbare Öffnung, vorhandener Rahmen oder anderes Bauteil. Das sind unterschiedliche Maße. Notieren Sie zusätzlich die Lage an der Wand, etwa „T1 an AB, Abstand von A bis zur linken sichtbaren Öffnungskante“. Ergänzen Sie eine Ansicht, damit links und rechts nachvollziehbar bleiben.

Kennzeichnen Sie Heizkörper, Rohre, Schächte, Sockelleisten und andere Hindernisse, soweit sie den Auftrag betreffen. Bei sichtbaren Anschlüssen genügt zunächst die Lageangabe; daraus folgt keine Aussage zu Funktion, Leitungsverlauf oder Anschlussfähigkeit. Notieren Sie bekannte geplante Änderungen an Boden oder Wänden separat.

Nummerieren Sie Bilder P1, P2 und P3 und tragen Sie Aufnahmestandort sowie Blickrichtung in die Skizze ein. Verknüpfen Sie zum Beispiel T1 mit P2. Ein Übersichtsbild und ein passendes Detail sind leichter einzuordnen als eine unbeschriftete Nahaufnahme. Fotos sind kein verlässlicher Maßstab.

Diagonalen als zusätzlichen Hinweis aufnehmen

Bei der Skizze mit vier Ecken sind AC und BD die beiden Diagonalen. Notieren Sie die Messung zwischen den bezeichneten Punkten in derselben horizontalen Ebene, sofern dies sicher möglich ist. Bei unzugänglichen Ecken oder verdeckten Messpunkten beschreiben Sie die Einschränkung.

Unterschiedliche Diagonalen können auf eine abweichende Raumgeometrie oder einen Messfehler hinweisen. Gleiche Diagonalen allein beweisen umgekehrt keine rechtwinkligen Ecken. Lassen Sie auffällige Werte mit der Skizze stehen, statt sie an eine erwartete Rechteckform anzupassen.

Für verwinkelte Räume reicht Länge mal Breite oft nicht. Gliedern Sie die Skizze in eindeutig bezeichnete Teilflächen, ohne dabei Nischen doppelt zu erfassen. Die passende Geometrie und erforderliche Genauigkeit für die Ausführung bestätigt der Betrieb.

Raumfläche und Bestellmenge getrennt behandeln

Erfundenes Rechenbeispiel: Eine als rechteckig angenommene Fläche wird vorläufig mit 4200 mm und 3600 mm erfasst. Nach Umrechnung ergibt 4,20 m × 3,60 m eine Fläche von 15,12 m². Diese Rechnung gilt nur für die beschriebene Rechteckfläche; zusätzliche Nischen oder abweichende Winkel sind damit nicht erfasst.

Aus 15,12 m² folgt noch keine Materialbestellung. Zuschnitt, Verlegerichtung, Packungsgrößen und die konkrete Ausführung können die Bestellmenge beeinflussen. Auch eine Leistenlänge oder die Anzahl von Übergängen lässt sich nicht allein aus der Bodenfläche ableiten.

Senden Sie die gemessenen Längen und Ihre Skizze mit, nicht nur das Flächenergebnis. Kennzeichnen Sie eine selbst berechnete Fläche als vorläufig und klären Sie, welche Mengen der Betrieb seinem Angebot zugrunde legt.

Welche Maße der ausführende Betrieb prüfen muss

Vereinbaren Sie vor Bestellung, Zuschnitt oder Montage, wer die entscheidenden Maße vor Ort prüft und den weiteren Schritt bestätigt. Bei Türen können Öffnung, Wanddicke und fertige Bodenhöhe relevant sein; bei Möbeln zusätzlich Montagefläche und Einbausituation. Die Anforderungen hängen vom Produkt und Auftrag ab.

Eine Raumskizze bestätigt weder die Eignung des Untergrunds noch Tragfähigkeit, Befestigung oder verdeckte Leitungen. Solche Fragen müssen mit dem geeigneten Betrieb geklärt werden. HandMen prüft die Maße oder technischen Voraussetzungen nicht.

  • Welche meiner Angaben reichen für eine erste Einschätzung und welche prüfen Sie selbst?
  • Ist der Aufmaßtermin im angebotenen Umfang enthalten oder separat zu vereinbaren?
  • Müssen Boden, Verkleidungen oder andere Vorarbeiten vor dem endgültigen Aufmaß fertig sein?
  • Wer bestätigt die Maße für Bestellung oder Zuschnitt, und wie werden spätere Änderungen dokumentiert?

Aufmaßblatt und Anfrage zusammenstellen

Prüfen Sie vor dem Versand: Sind Raum, Datum, Einheit und Messpunkte erkennbar? Passen die Foto-IDs zur Skizze? Sind geschätzte und unbekannte Werte gekennzeichnet? Ergänzen Sie die gewünschte Arbeit, den Ort und den vorgesehenen Zeitraum.

HandMen übernimmt Online-Marketing und die Vermittlung von Anfragen. Vor der Weitergabe Ihrer Daten nennen wir den konkreten unabhängigen Partner und holen Ihre separate Zustimmung ein. Angebot, Vertrag, Aufmaß, Planung, Ausführung, Rechnung und Zahlung vereinbaren Sie direkt mit diesem Betrieb. HandMen führt selbst keine Handwerksarbeiten durch und übernimmt keine technische Bauleitung.